IBA_LOGbuch N°1

Die Wissensstadt von morgen | Reflexionen

Mit dem LOGbuch N°1 verdeutlichen wir wissenschaftlich, aus interdisziplinären Blickwinkeln, in nachdenklichen bis heiteren Short Stories und in fotografischer Beobachtung die Besonderheit Heidelbergs.

Im Teil 1 werden die Grundlagen der IBA Heidelberg, das heißt die Bedeutung von Wissenschaften und Bildung im Kontext des Bauens erläutert.

Teil 2 lotet die vier Handlungsfelder – Wissenschaften, Bildung, Vernetzungen und urbane Stoffkreisläufe – in Einführungstexten und Gesprächsprotokollen aus.

Im Teil 3 stehen Diejenigen, die als Akteure für die Zukunft Heidelbergs verantwortlich sind, im Mittelpunkt: Multilevel Governance heißt der Begriff, mit dem der Bogen zu anderen Knowledge Pearls geschlagen wird, um im Rahmen eines Forschungsprojektes der RWTH Aachen zurück in die Heidelberger Strukturen zu kehren.

Trialoge

Trialog_1 | Wissenschaften

Heidelberg ist eine »Knowledge Pearl«, eine Wissenschaftsstadt, deren Zukunft nicht dem Zufall überlassen sein will. Willem van Windens Analysen zu Indikatoren und Typologien von Wissenschaftsstädten (siehe Seite 50) sind die Grundlagen eines Gesprächs. Ernst Hubeli – Mitglied im Kuratorium der IBA Heidelberg – führte es mit Kai Vöckler, der als Urbanist an der HfG Offenbach tätig ist, und Ulrike Gerhard, die als Humangeographin an der Universität Heidelberg lehrt und forscht. Ernst Hubeli lenkte die Diskussion vom Allgemeinen ins Besondere, von Wissensorten zu Universitäten in all ihren Beziehungsgeflechten, in denen sich – auch dank weiterer Akteure – Gleichgewichte verschieben. Zum Trialog_1

Trialog_2 | Lernräume

Leben wir tatsächlich in einer »offenen Gesellschaft«? und wenn, in welchen Räumen kommunizieren und lernen deren Mitglieder? Karl-Heinz Imhäusers Thesen zur Verortung des Wissens und zur Weitergabe von Wissen in einer offenen Gesellschaft (siehe Seite 62) diskutierte Carl Zillich, kuratorischer Leiter der IBA Heidelberg, mit Angela Million, die als Planerin an der tu Berlin am Thema lokale Bildung und Stadtentwicklung forscht, und Anne Sliwka, die sich als Professorin für Schulpädagogik in Heidelberg schwerpunktmäßig mit Schulentwicklung im internationalen Vergleich und mit fragen der Diversität an Schulen befasst. Zum Trialog_2

Trialog_3 | Vernetzungen

Als Wissensstadt muss Heidelberg seinen Bürgern beste Vernetzungen anbieten. Michael Braum, Direktor der IBA, unterschied in seinem Trialog drei Arten von Vernetzung: die räumlich-bauliche, die sich städtebaulich und architektonisch niederschlägt; die mobilitätsbedingte, die wir in Verkehrsinfrastrukturen finden, und die digitale, die im Kontext der Industrie 4.0 und der »Smart city« debattiert wird. Er sprach mit dem Sozialwissenschaftler und Mobilitätsforscher Weert Canzler und dem Chief Operating Office user Experience & Design, SAP Se, Michael Augsburger über Thesen von Wilhelm Klauser. Zum Trialog_3

Trialog_4 | Urbane Stoffkreisläufe

In dieser Gesprächsrunde ging es um Aspekte des »urbanen Metabolismus’». Als Mitglied des IBA-Kuratoriums unterhielt sich Undine Giseke mit dem niederländischen Landschaftsarchitekten und Biennale-Kurator Dirk Sijmons und dem Heidelberger Umweltphysiker Werner Aeschbach, der dem Heidelberg »center for the environment« vorsteht. Im Trialog ging es auch um die konkreten Konsequenzen, die ein metabolisches Stadtverständnis für Heidelberg haben kann – etwa in großen Konversionsprojekten wie dem Patrick-Henry-Village oder kleineren wie einem Energiespeicher der Stadtwerke oder dem Landwirtschaftspark in der südlichen Bahnstadt. Zum Trialog_4

Weitere Inhalte

Klaus R. Kunzmann | Stadtpolitik in Städten des Wissens – Akteure und Perspektiven

Klaus R. Kunzmann skizziert in seinem Beitrag, welchen Einfluss diese vier Gruppen auf eine Stadtpolitik haben, die das Wissen in der Stadt weiter entwickeln möchten, aber auch, wie das umfangreiche Wissen dieser vier Gruppen für die Stadtentwicklung besser genutzt werden kann.
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Simin Davoudi, Ali Madanipour | Multilevel Governance und Stadtentwicklung – Beispiele aus England

Wie funktioniert die Stadtentwicklung in europäischen Universitätsstädten, die mit Heidelberg vergleichbar sind? Stadtentwicklung unterliegt generell Interessen einer globalen Wirtschaft, konkret in Universitätsstädten überlagern und vernetzen sich die Interessenslagen und Machtbereiche in spezifischer Weise. An Beispielen aus England lässt sich die Rolle von Universitäten in der örtlichen Politik- und Planungsgestaltung auch als Reaktion auf den Globalisierungsprozess verdeutlichen.
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