IBA_LAB N°5 »Die Wissensstadt von morgen«

Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin

Mittwoch, 27. September 2017 | Tiergartenstraße 15 | 10785 Berlin

Das IBA_LAB N°5 stellte in Berlin die Frage nach der »Wissensstadt von morgen«

Wie sieht die Wissensstadt von morgen aus und welche Planungsinstrumente und Perspektiven brauchen wir dafür? Das LAB der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg ging am 27. September 2017 der Frage nach, wie sich die europäische Stadt transformieren muss, um den Anforderungen der Wissensgesellschaft gerecht zu werden. Die Veranstaltung fand in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin statt. Rund 100 Interessierte, insbesondere aus den Bereichen Architektur, Planung und Digitalisierung kamen, um mit den Impulsgebern Undine Giseke (Leiterin des Fachgebiets Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung an der TU Berlin), Volker Hassemer (Senator a.D. und Vorstand der Stiftung Zukunft Berlin), Rebekka Reinhard (Philosophin und Autorin) sowie Alexander Rieck (Gründer des Architekturbüros LAVA und Leiter des Bereichs Smart Urban Environments am Fraunhofer IAO) zu diskutieren. Anwesende IBA- Projektträger brachten ihre Standpunkte aus der Praxis ein.

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, begrüßte die Gäste zu Beginn des Abendprogramms in der Landesvertretung: „Die Internationale Bauausstellung Heidelberg stellt die richtigen Fragen zur Zukunft unserer Städte. Wir brauchen Einrichtungen wie die IBA, um die Stadtentwicklung zu inspirieren und Ideen für eine mutige Zukunft zu entwickeln. Besonders zur Zwischenpräsentation im Jahr 2018 kann Heidelberg mit seiner IBA zeigen, auf welchem fortschrittlichen Weg die Stadt in Sachen Baukultur unterwegs ist.“

Jürgen Odszuck, Erster Bürgermeister der Stadt Heidelberg, schilderte das Spannungsfeld, in dem Heidelberg sich als exzellenter Wissenschaftsstandort befindet: „Nicht nur Tourismusmagneten wie das Schloss, sondern auch die Universität machen Heidelberg weltberühmt. Wissen und Wissenschaften spielen eine große Rolle in unserer Stadt und wir finden exzellente Forschungseinrichtungen vor. Auf diesem status quo dürfen wir uns allerdings nicht ausruhen: Die Digitalisierung und die Nachnutzung der Militärareale stellt Heidelberg vor große Herausforderungen. Bei der Bewältigung dieser Aufgaben nimmt die IBA eine Schlüsselposition ein.“

Im ersten Panel des Nachmittags wurde die Frage „Was hat Wissen mit Raum zu tun?“ von Praktikern und Theoretikern erörtert. Während Rebekka Reinhard forderte, Lernorte der Zukunft müssten Atmosphären, kreative Gelegenheiten und Raum für Experimente bieten, mahnte Senator a.D. Volker Hassemer besonders die Rolle der Politik im Schaffen dieser Räume an: Heidelberg sei bislang die einzige Stadt Deutschlands, die sich über eine IBA dem Thema der wissensbasierten Stadtentwicklung verschrieben habe. Dieser baukulturelle Anspruch fordere eine besondere politische Betreuung heraus, wenn das Experiment gelingen solle.

Architekt und Forscher Alexander Rieck sprach im zweiten Panel „Wie smart muss city sein?“ über den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Bauen. Bislang hätten beide Felder in der Realität nur wenige Überschneidungen. Die Kunst allerdings sei es, Umstände zu schaffen, in denen sowohl die gesamte Stadt als auch das einzelne Gebäude auf die sich immer schneller wandelnden Technologien flexibel reagieren können.
Professorin Undine Giseke eröffnete mit ihrem Impulsvortrag zum Thema „Stoffkreisläufe“ ein Spannungsfeld zwischen digitaler und analoger Stadtentwicklung: Sie schilderte, wie sich Nahrung, Wasser, Energie und Abfall im Sinne eines nachhaltigen Kreislaufes in der Stadt gestalten ließen – dies auch in Verbindung mit digitalen Technologien.

Michael Braum, geschäftsführender Direktor der IBA Heidelberg resümierte: „In Heidelberg bietet sich die einmalige Chance, gemeinsam mit einem großen Netzwerk unterschiedlichster Perspektiven den Bau einer Wissensstadt von morgen zu erproben, um daraus Rückschlüsse für ähnliche Themenstellungen weltweit zu generieren. Sich die IBA als Experimentierraum – besonders auch politisch – zu Nutze zu machen, ist eine Jahrhundertchance.“

Berlin, 5.10.2017 | Pressemitteilung der IBA „Wissen | schafft | Stadt“

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