Patrick-Henry-Village, EMBL, Rad- und Fußgängerbrücke – drei neue Kandidaten für die IBA Heidelberg

Heidelberg, 13.10.2017 | Pressemitteilung der IBA „Wissen | schafft | Stadt“

Die Projektkulisse der Internationalen Bauausstellung Heidelberg ist um drei Vorhaben mit internationaler Strahlkraft gewachsen: Das Patrick-Henry- Village, für das die IBA im Auftrag der Stadt eine Entwicklungsvision erarbeitet hatte, nun auch offizieller Kandidat der Bauausstellung. Das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL), Europas führendes Institut der lebenswissenschaftlichen Grundlagenforschung, plant an seinem Hauptstandort Heidelberg ein neues, hochmodernes Zentrum für Licht- und Elektronenmikroskopie, welches in die IBA integriert werden soll. Und die Stadt Heidelberg möchte gemeinsam mit der IBA eine innovative Rad- und Fußgängerquerung über den Neckar realisieren, um Forschungseinrichtungen umweltfreundlich mit der Stadt zu vernetzen. Das Kuratorium der IBA hatte bei seiner Sitzung am Donnerstag, 12. Oktober 2017, alle drei Bewerbungen zum Kandidaten empfohlen. Die neuen Kandidaten werden nun in den baukulturellen Qualifizierungsprozess der IBA eingebunden.

Projektentwicklung Patrick-Henry-Village

Projektträger: Stadt Heidelberg
IBA-Themenfeld: Koproduktion

Für die Heidelberger US-Konversionsfläche Patrick-Henry-Village (PHV) im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar hat die IBA im Auftrag der Stadt eine Entwicklungsvision im Sinne einer „Wissensstadt von morgen“ erarbeitet. Gemeinsam mit fünf renommierten Architekturbüros und einer Vielzahl von Experten sowie der Stadtgesellschaft wurden über ein Jahr Anregungen gesammelt. Die im März 2017 präsentierte „PHVision“ von KCAP setzt auf die digitale Zukunft, Synergien von Wirtschaft und Wissenschaft, einen Multi- Mobilitäts-Ansatz, innovative Orte der Bildung sowie zukunftsweisende Wohn- und Arbeitsumgebungen und Versorgungssysteme. Derzeit befassen sich Verwaltung und politische Gremien mit den präsentierten Bausteinen. Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner: „Ich freue mich, dass das Patrick-Henry-Village nun auch offiziell durch das Kuratorium zum Kandidat der Internationalen Bauausstellung Heidelberg ernannt wurde. Die IBA ist ein starker und wichtiger Partner der Stadt Heidelberg bei der Entwicklung von PHV zu einer Wissensstadt der Zukunft mit Modellcharakter. Auf Basis der spektakulären Entwicklungsvision, die international renommierte Städteplaner entworfen haben, wollen wir gemeinsam mit der IBA das Patrick-Henry- Village zu einem ganz besonderen Leuchtturmprojekt machen. Das PHV könnte Arbeits- und Wohnraum für mehr als 10.000 Menschen und ein Modellort für den Einsatz digitaler Technologien, innovativer Mobilitätskonzepte sowie klimaneutraler Energieversorgung werden.“

Auf Basis der vorhergehenden Planungen will die IBA nun ihren Innovationsanspruch im PHV weiter hochhalten und ein lebenswertes Quartier entstehen lassen. Nach einer Beschlussfassung des Gemeinderats sollen vertiefende Studien durchgeführt werden. Parallel will die IBA mit Bund und Land in Gespräche über eine gemeinsame Agenda für das Gebiet eintreten. Mehr

EMBL Imaging Technology Centre (ITC)

Projektträger: Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie
IBA-Themenfeld: Wissenschaften

Das Vorhaben des EMBL ist der Bau eines Imaging Technology Centre, ein weltweit einmaliges Nutzer- und Servicezentrum für Licht- und Elektronenmikroskopie. Der Neubau stellt aufgrund seiner sensiblen technischen Ausstattung höchste Ansprüche an die Konstruktion. Das Bauvorhaben mit einem Volumen von 28 Mio. Euro soll im Jahr 2021 fertiggestellt sein. Es wurde im Vorfeld in enger Zusammenarbeit mit den zukünftigen Nutzern ausgearbeitet. Sowohl der hohe bauliche und prozessuale Anspruch als auch die programmatische und architektonische Offenheit des Gebäudes überzeugten das IBA-Kuratorium. Die IBA ist nun bei den weiteren Schritten qualifizierend und beratend eingebunden. „Wir sind stolz darauf, mit dem Imaging Technology Centre einen Beitrag für die Internationale Bauausstellung ‚Wissen | schafft | Stadt’ zu leisten“, sagt Christian Scherf, Administrativer Direktor des EMBL. „Das ITC wird als international sichtbares Nutzerzentrum für bildgebende Verfahren Spitzenforschern aus aller Welt die neuesten Technologien zugänglich machen und somit den Wissenschafts- standort Heidelberg stärken und die wissenschaftliche Vernetzung in der Rhein- Neckar-Region vorantreiben. Doch das ITC steht auch Nichtwissenschaftlern offen: Eine ständige Ausstellung wird Besuchern die gesellschaftliche Relevanz lebenswissenschaftlicher Grundlagenforschung am EMBL und der hier entwickelten neuen Imaging Technologien allgemeinverständlich vermitteln.“ Mehr

Rad- und Fußgängerbrücke über den Neckar

Projektträger: Stadt Heidelberg IBA-Themenfeld: Vernetzungen
Über den Neckar soll in Zukunft eine städtebaulich und architektonisch innovative Rad- und Fußgängerbrücke führen, die besonders der Vernetzung der südlichen, wachsenden Stadtteile mit dem Universitätscampus „Im Neuenheimer Feld“ dient. Die Stadt Heidelberg möchte mit der IBA einen internationalen Realisierungswettbewerb ausloben, um den Potenzialen und Herausforderungen des Vorhabens gerecht zu werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der vielseitigen Nutzbarkeit der Brücke an ihren unterschiedlichen Stationen am Neckar und bis hin zur Gneisenaustraße: Sie soll nicht nur ein Ort der Passage, sondern auch des Verweilens sein. Die Stadt Heidelberg schenkt dem Radverkehr und der umweltfreundlichen Mobilität seit vielen Jahren bereits eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Dazu Jürgen Odszuck, Erster Bürgermeister der Stadt Heidelberg: „Die Nord-Süd- Fahrradverbindung ins Neuenheimer Feld ist eine der wichtigsten Radachsen in Heidelberg: Mehrere tausend Radfahrer sind hier täglich unterwegs. Bisher müssen sie durch die enge Mittermaierstraße und über die Ernst-Walz-Brücke fahren. Mit einer eigenen Geh- und Radwegbrücke können wir künftig eine attraktive Radverbindung zwischen den südlichen Stadtteilen und dem Neuenheimer Feld schaffen. 2030 sollen bis zu 22.000 Radfahrer pro Werktag die neue Brücke nutzen. Ich freue mich sehr, dass das Projekt nun auch als IBA-Kandidat ausgewählt wurde. Für die IBA ist das eine tolle Ergänzung: Wir wollen hier ganz wörtlich eine ‚Brücke bauen‘ zwischen Campus und Gesamtstadt.“ Mehr

IBA-Direktor Prof. Michael Braum: „Alle drei neuen IBA-Kandidaten besitzen das Potenzial eine internationale Strahlkraft in Sachen Baukultur für die ‚Wissensstadt von morgen’ zu entfalten. Die Vorhaben können Antworten geben, wie sich Wissen in der Stadt räumlich zeigt und neue städtebauliche und architektonische Typologien schafft. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und die weiteren Qualifizierungsschritte.“