Collegium Academicum öffnet erstmals seine Türen

Studierendenwohnheim ist mit Neubaukonzept im Rennen für Bundesprogramm Variowohnungen Studierende sind aktiv auf der Suche nach Spenden und Direktkrediten

In der „Schwarmstadt Heidelberg“, wo Wohnraum knapp und teuer ist, die Anzahl der jungen Zuzügler aber beständig steigt, könnte ein Studierenden-wohnheim neuen Typs einen wichtigen Beitrag leisten: Das IBA-Projekt Collegium Academicum (CA) vereint deutschlandweit beispielhaft kostengünstiges und selbstverwaltetes Wohnen für Studierende mit einem modernen Bildungskonzept und einer anspruchsvollen Architektur. Das Projekt hat nun vom Bundesprogramm Variowohnungen eine Förderung über 2 Millionen Euro in Aussicht gestellt bekommen und ist nun auf der Suche nach weiteren Unterstützern. Am vergangenen Sonntag, 20. November 2016, öffnete das CA auf der Fläche „US-Hospital“ erstmals seine Türen und lud interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, sich über das Projekt zu informieren. Im Sinne des zukünftigen CA als Bildungsort ermöglichten diverse Workshops das von- und miteinander lernen.

„Variowohnungen“ stellt Förderung in Aussicht / Direktkredit-Kampagne läuft

Das Bundesprogramm „Variowohnungen“ hat für einen Antrag des CA
vor wenigen Tagen die Förderfähigkeit festgestellt und dem IBA-Projekt über 2 Millionen Euro für einen innovativen Holzbau in Aussicht gestellt. Doch vorher müssen wichtige externe Planungsleistungen und Genehmigungen in Auftrag gegeben werden. Daher läuft nun der Countdown bis Ende 2016, dafür Direktkredite und Spenden in Höhe von 200.000 € einzuwerben. Am Sonntag, 20.11.2016, konnten sich Interessierte direkt vor Ort im Neuen Collegium Academicum über das Projekt und die Möglichkeiten zur Unterstützung informieren.

Holz-Neubau erfüllt ökologische und ästhetische Ansprüche

Den über 100 Gästen stellten Collegium Academicum und IBA das gemeinsame Projekt vor: Der Neubau auf dem Gelände des ehemaligen „US-Hospitals“ in Heidelberg soll in innovativer Holzbauweise entstehen, die hohe ökologische und ästhetische Ansprüche erfüllt. Der Neubau sieht Wohngemeinschaften mit drei oder vier Personen vor. Die flexible Bauweise ermöglicht die Anpassung an individuelle und kollektive Bedürfnisse: Durch bewegliche Wandelemente kann zwischen Gemeinschaftsfläche und privater Fläche variiert werden – das fördert die individuelle Gestaltung und Aneignung des Wohnraums, zugleich wird der Flächenverbrauch optimiert. Für die Entwurfsplanung hatte das CA das Architekturbüro Drexler Guinand Jauslin (Frankfurt, Rotterdam, Zürich) ausgewählt, das sich auf nachhaltiges Entwerfen und energieeffizientes Bauen spezialisiert hat und dafür vielfach in internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde.

Bildungsprogramm im Bestandsgebäude offen für den Stadtteil

Nicht nur der Holzneubau, auch zwei Bestandsgebäude auf der US-Konversionsfläche gehört zum Ensemble des Projektes. Dem alten Verwaltungsgebäude wollen die jungen Menschen neues Leben einhauchen: Im Erdgeschoss sind mehrere Seminarräume vorgesehen, die sowohl den Bewohnern als auch externen Initiativen offen stehen. Der Umbau des Altbaus kombiniert so neuartige Nutzungskonzepte mit dem Erhalt des schützenswerten Gebäudecharakters. Hier möchte das CA ein ambitioniertes Bildungsprogramm anbieten, im kleinen Pavillon ein Café betreiben und so auch kultureller Mittelpunkt ihres Stadtteils werden.

Prominente Fürsprecher unterstützen das CA

Der Schriftsteller und ehemaliger Bewohner des alten Collegium Academicum in der Heidelberger Seminarstraße Rafik Schami unterstützt das Projekt: „Das Collegium Academicum war für mich kein Studentenhaus, sondern eine Gemeinde aus der Zukunft. Heute, nach ca. 40 Jahren, denke ich, wenn ich an Heidelberg denke, immer an meine Zeit im CA. Es gibt 1001 Gründe, der CA-Idee im 21. Jahrhundert ein neues Zuhause in Heidelberg-Rohrbach zu geben.“ Auch Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg ist eine der prominenten Fürsprecherinnen: „Die Initiative für ein neues CA überzeugt mich. Sie ist gleichzeitig traditions-bewusst und der Zukunft zugewandt. Eine Universitätsstadt wie Heidelberg benötigt solche Freiräume für eigenständiges Lernen und kritisches Denken. Ich freue mich auf einen neuen Ort, an dem neue Ideen entwickelt, auf die Probe gestellt und gelebt werden.“

Mehr Informationen

Das Collegium Academicum hat eine persönliche Sprechstunde immer donnerstags von 17–19 Uhr (auch telefonisch: 06221 652236) im Artes Liberales Universitas, Mittelbadgasse 7/Ecke Ingrimstraße, 69117 Heidelberg eingerichtet, um über das Projekt und die Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Weitere Informationen unter www.collegiumacademicum.de.